Ryanair Teil 6: Check-In und Flug mit Ryanair

Der große Reisetag nach Barcelona steht bevor. Jetzt wollen wir mal schauen, ob auch alles wirklich so mit unserem Billigflug klappt, wie man das von anderen Airlines kennt. Oder ist Ryanair etwa anders als alle Anderen? Wir bekommen diese Vermutung doch tatsächlich im Selbsttest bestätigt.

Zunächst mal prüft unsere Billigflieger-Testperson, ob auch wirklich alle Flugdaten korrekt sind und vor allem wie es mit dem Gepäck aussieht. Wichtig ist: Keinesfalls auch nur in den Verdacht zu geraten, das Handgepäck wäre in Anzahl oder Gewicht oder bei den Ausmaßen nicht mehr im Rahmen und das Gleiche auch beim aufzugebenen Gepäck. Zusätzlich werden die Flugunterlagen wie der Ausdruck der Online-Buchungs-Bestätigung und des Boarding-Passes (DIN A4 Zettelchen) sowie der Personalausweis auf Vollständigkeit geprüft.

Fangen wir doch mal mit dem Boarding Pass an. Warum steht da eigentlich EU/EWR drauf? Soll das heißen, dass wir einen Schengen-Flug haben und das ein Hinweis für die Flughafen-Mitarbeiter ist, dass wir nicht in den Bereich mit der Paßkontrolle müssen? Erklärt wird das so nicht. Daneben dann ganz fett der Hinweis: "ANDERE REIHE". Mmmh. Was soll das wohl bedeuten? - Wir möchten keine unnötigen Fragezeichen aufkommen lassen und konzentrieren uns auf die ordnungsgemäße Abgabe des Koffers am Schalter.

Dort gibt es die sogenannte amerikanische Schlange. Ein langes Ding für ca. 7 Schalter. Es sieht so aus, dass die Größe von Ryanair am Flughafen Weeze für uns vorteilhaft ist, denn hier sind die Abläufe offenbar eingespielt und es geht schnell vorwärts. Zur Not gibt es im hinteren Teil einen Schalter mit kompetenten Mitarbeitern, die man auch noch vor dem Check-In um Rat fragen kann. Noch bevor unsere Testperson an der Reihe ist, gibt es erstes Wusel und Geknusel vor einem Schalter. Irgendwas scheint bei den anderen Herrschaften nicht mit dem Gepäck zu stimmen. Hektisch werden Koffer aufgezippt und Kleidung von einer Tasche in die nächste umgebettet. Einen Sinn ergibt das erstmal nicht, außer dass es den Verkehr aufhält. Nach zweimaligem Ansetzen der Gepäckstücke auf der Waage und großen Diskussionen wird mir klar, dass es offenbar darum geht, das zulässige Gewicht richtig zu verteilen. Bei Ryanair muss jeder Koffer genau die Gewichtsvorgaben einhalten. Bei 2x15 Kilogramm Gepäck kann man das nicht auf mehrere Personen z.B. einer 20kg und einer 10kg verteilen!

Die nächste Hektik seitens anderer Flugpassagiere gibts am Empfangsschalter für den Sicherheitsbereich. Hier wird man nicht nur mit einem mehr oder weniger interessierten und freundlichen Lächeln empfangen, sondern auch noch mit einem Lineal. Die Frage drängt sich auf, ob hier nochmal das Handgepäck (oder was Anderes?) vermessen wird, bis klar wird, dass es nun an der Zeit ist, die Bordkarte mittels eines gezielten und geübten 4/5 Risses entlang des Lineals für die einfache Bearbeitung am Gate vorzubereiten. Das macht die Mitarbeiterin für uns. Auch noch nie gesehen!

Neben mir wird eine Dame wütend, die unmissverständlich darauf hingewiesen wird, dass sie nur ein Handgepäckstück mitnehmen darf. Ein kleiner Rucksack UND eine für Frauen recht gering bemessene Handtasche sind eben NICHT erlaubt. Man kann durchaus eine 10kg Plastiktüte packen, wo eine Kamera, die Handtasche, die Duty-Free Einkäufe usw. drin sind. Aber Einzeln geht eben nicht! Alles muss aber in den vorgegebenen Maaßen sein! Beim Rückflug in Barcelona haben wir es erlebt, dass eine Schülerin ihren Trolley außen mit einer Tageszeitung bestückt hat und dieser im Prüfgatter hängen geblieben ist. Das Bording ging erst weiter, als zwei Leute das Ding da nach einigem Hin und Her wieder rausbekommen haben!

Dann gehts endlich los. Die Leute springen frühzeitig von ihren Sitzen auf, weit bevor das Gate geöffnet wird. Die Mitarbeiter von Ryanair nutzen die Zeit vor der Öffnung und gehen schonmal durch die Reihen, stellen hier und da ein paar Fragen und bekommen Pässe und Bordkarten vorgezeigt. Erinnert ein bisschen an den Smalltalk der königlichen Vertreter bei der Pokalübergabe in Wimbledon. Mich fragt keiner was. Ein gutes Zeichen, hoffe ich. Wir werden relativ pünktlich aufgerufen und es geht los. Die Leute drängen wie woanders auch, aber es geht insgesamt recht gesittet zum Flugzeug. Einer recht frischen Boeing 737-800. Mangels Sitzplatzvorgabe kann sich jeder seinen Platz aussuchen. Ein Mega-Vorteil wie ich finde, denn so füllen sich die Reihen viel gleichmäßiger und flotter als bei anderen Airlines.

Kurz nach dem Start geht dann das Ryanair-typische "Unterhaltungsprogramm" los. Es werden Bustickets, Gewinnspiele und Lose angepriesen. Festzuhalten ist, dass die meisten Leute bei Getränken und Snacks zu vergleichsweise konkurrenzfähigen Preisen zuschlagen. Vor Abflug wird man noch mit einer Werbung für ein Urlaubs-Fotobuch "beglückt". Irgendwie scheint der Verkauf von Zusatzangeboten neben der Flugleistung eine wichtige Aufgabe für die erstaunlich jung wirkenden Flugbegleiter zu sein. Diese hatten wirklich eine Menge zu tun, denn es gab eine Vielzahl von für mich unverständlichen Durchsagen und den Verkauf der kultigen rauchfreien Zigaretten an Bord.

Bei den Sitzabständen darf man bei Ryanair nicht allzu viel erwarten und eine bequeme Taschenablage für mein Buch gab es auch nicht. Umweltfreunde würden sicherlich positiv bewerten, dass Ryanair die Sicherheitshinweise nicht auf extra Karten druckt, sondern auf Folien, die am Vordersitz kleben und die Preisliste für die Bordverpflegung auch sehr akribisch am Ende des Fluges wieder eingesammelt wird.

Schlussendlich sind wir nach einem turbulenzfreien Flug über die Alpen am Mittelmeer gelandet und konnten recht flott unser Gepäck am Kofferband in Empfang nehmen. Für die Pünktlichkeit wurde sogar ein Tusch über die Bordlautsprecher abgespielt.

Soviel zu den Erfahrungen WÄHREND des Fluges. Schauen Sie doch auch mal rein, was wir bei der Buchung schon alles erlebt haben! Nächstes Mal fliegen wir zum direkten Vergleich mit Lufthansa. Mal sehen was da so passiert...

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Textinfos und Foto: eigener Redakteur am Airport und im Flugzeug

Nachricht vom 13.6.2011

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