Klimawandel & Fliegen

Hier gehe ich fortlaufend den Fragen nach, welchen Einfluss der Luftverkehr auf den Klimawandel hat und mit welchen Maßnahmen eine Verbesserung der Situation erreicht werden kann. Die Betrachtung sollte m.E. nicht auf Deutschland oder Europa beschränkt sein. Ich versuche möglichst objektive Quellen und Meinungen einzuholen, mein Fazit wird wahrscheinlich subjektiv bleiben.

Wie ist die Lage?

Der Klimawandel ist Fakt und wurde durch mehrheitlich unabhängige Wissenschaftler nachgewiesen. Auch der Luftverkehr trägt leider dazu bei. Mich beschäftigt schon länger die Frage, wie hoch der Anteil wirklich ist und wie verschiedene Lösungen aussehen können. Leider wird man in absehbarer Zeit bei Großraumflugzeugen physikalisch bedingt kaum auf andere Techniken zurückgreifen können. Ein klarer Nachteil gegenüber dem Auto oder dem Schiff. In den letzten Jahren sind Verbesserungen bei der Effizienz von Triebwerken durch den starken Anstieg des Luftverkehrs quasi aufgefressen worden. Mit der #fridaysforfuture Bewegung gibt es einen neuen Impuls für ein Umdenken. Leider wird die Diskussion mindestens emotional, im Extremfall mit Fake-News geführt. Mit meiner Auflistung möchte ich als Ergebnis zu einer vernünftigen Einschätzung kommen und brauchbare Tipps bereitstellen.

Die große Frage: Wie hoch ist der Anteil des Flugverkehrs am CO2 Ausstoß?

Wer sich da durchwurschtelt kommt auf die Antwort, dass dies schlecht einzuschätzen ist. Denn ein Kraftstoff-Austoß in 10-12km Höhe ist schwierig zu messen, verursacht aber einen größeren Schaden als direkt am Erdboden. Verschiedene glaubwürdige Quellen schätzen den Anteil zwischen 2,5 und 5% weltweit (nicht nur Deutschland) ein und berechnen die Besonderheiten der Luftfahrt mit ein. Der Schiffsverkehr hat einen ähnlich großen (bzw. kleinen) Anteil am Gesamtaustoß. Viele Luftfahrt-Lobbyisten berufen sich vor allem auf diese Zahlen und kommen zum Schluss, dass die Luftfahrt also vergleichsweise harmlos ist.

Meine persönliche Meinung ist, dass man offenbar mit sofortiger Einstellung des gesamten Luftverkehrs den Klimawandel kaum stoppen kann. Klimaschützer kommen insgesamt glaubwürdiger rüber, wenn sie solche Zahlen und diese Schlussfolgerung in der Diskussion anerkennen oder zumindest bessere Zahlen liefern.

Ich teile die Ansicht der Klimaschützer, dass jede Industrie gefragt ist, sich zu verbessern um das gemeinsame Ziel Klimaschutz voranzutreiben. Davon kann sich die Luftfahrt nicht freimachen, nur weil der Anteil gering erscheint. Denn dieses Argument stimmt auch: wenn die Bevölkerung in anderen Teilen der Welt genauso viel fliegen würde wie wir Europäer, dann sähe es ganz düster aus und man könnte zurecht von Klimakiller Luftverkehr sprechen. Auf diesen status-quo kann man sich keinesfalls ausruhen. Klingt auch etwas überheblich, oder?!

Im Folgenden möchte ich die Problemfelder benennen und Lösungen vorschlagen.

Ist das Fliegen zu billig?!

In diesem Punkt muss man den Klimaschützern Recht geben, es lässt sich auch kaum von der Hand weisen: Fliegen ist teilweise viel zu billig (Stand 2019 und Vorjahre)! Wie kann es sein, dass ein Flug innerhalb Europas für 19 Euro buchbar ist und das Taxi zum Flughafen z.B. bei 45 Euro für 30 Minuten Fahrt liegt?! Da stimmt doch was nicht?! Schuld sind m.E. die Billigfluggesellschaften (u.a. Southwest Airlines, Ryanair, easyJet, Germanwings (jetzt Eurowings) oder Wizzair die diesen Wahnsinn mit abgespeckten Leistungen und winzigen Flugpreisen gestartet haben. Und natürlich wir Urlauber, die auf diese Marketingtricks hereinfallen um im Kampf um den billigsten Platz jedem Irsinnspreis hinterherjagen.

Folgende Preisgrenzen sollten m.E. in der Economy-Class Oneway (= pro Flugrichtung) nicht unterschritten werden. Für einen Return-Flug (Hin + Rück) müsstest Du also die angegebenen Preise verdoppeln. Ja, es ist eine persönliche Einschätzung und ich zwinge Dich nicht, diese Meinung zu teilen (darfst mir Deine Vorstellung aber gerne mitteilen):

  • innerhalb einer Stunde Flug innerhalb Deutschlands oder Europas nicht unter 70 Euro pro Person und Strecke. Die Airlines selbst geben an, dass unterhalb dieses Preises der einzelne Fluggast nicht profitabel befördert werden kann.
  • ein Flug ans westliche Mittelmeer, z.B. nach Spanien (u.a. Mallorca) oder Italien sollte nicht unter 100 Euro angeboten werden.
  • Flüge ans östliche Mittelmeer, dazu zähle ich Griechenland, die Türkei oder Zypern, Israel, Ägypten und auch auf die Kanaren sollten nicht unter 150 Euro pro Person und Strecke kosten. (Da die Flüge in der Regel 3,5 bis 4,5 Stunden von Deutschland dauern, müsste der Preis konsequenterweise nicht unter 4x70 = 280 Euro pro Strecke sein. Man berechnet aber eine Flugstunde mit Start und Landung anders, als jede dann folgende Flugstunde)
  • Ein Flug an die Ostküste der USA (Boston, New York, Florida) und nach Kanada (zentral + Osten) sollte nicht unter 250 Euro pro Person und Strecke kosten.
  • Die Flugreise an die Westküste der USA + Kanada (Kalifornien, Seattle oder Vancouver) ist etwas länger und sollte die Marke von 300 Euro nicht unterschreiten.
  • Für Flüge nach Mittel- und Südamerika sehe ich die untere Preisgrenze bei 350 Euro. Aufgrund des heutigen Flugangebots, wird diese Grenze auch kaum unterschritten und ich höre wenig Wehklagen darüber.
  • Schauen wir nach Asien, so ist das erste Ziel Indien, was ich mit mindestens 250 Euro kalkulieren würde. Siehst Du das anders?
  • Konsequenterweise müsste man für die Top-Rennstrecke nach Bangkok und Rest-Thailand, die zur Zeit sehr billig angeboten wird, einen Preis von 300 Euro Oneway verlangen. Singapur sehe ich im gleichen Preisrahmen.
  • Wenn Du nach Indonesien (dazu zählt auch Bali) reisen möchtest, solltest Du 350 Euro pro Strecke investieren wollen. China, Vietnam und ähnliche Flugziele wie Taiwan sehe ich im gleichen Bereich.
  • Japan war schon immer irgendwie hochpreisig und deshalb ist eine Oneway-Tarifgrenze von 400 Euro m.E. durchaus akzeptabel. In dieser Preisrange spielen normalerweise auch die Philippinen.
  • Australien und Neuseeland finde ich zu billig, wenn es unter 450 Euro liegt, was 900 Euro für den Hin- und Rückweg in Summe wäre.
  • Die teuersten Flüge sollten m.E. von Deutschland aus gesehen nach Hawaii und in die Südsee gehen. Das ist tatsächlich auch der längste Weg. Unter 500 Euro (= 1000 Euro für den Return) wäre für so eine Strecke mit mehr als 16 Stunden Flugzeit wirklich zu wenig.

Übrigens kostet ein 15-minütiger Flug auf den Seychellen von der Hauptinsel Mahe zum kleineren Praslin zwischen 68 und 140 Euro. Pro Person und Strecke (Oneway). Niemand beschwert sich über diesen Preis und Alle finden den total angemessen. Komisch oder?!

Was soll diese "Verteuerung" von Flugtickets nun bringen?! Dazu in den nächsten Abschnitten weitere Vorschläge.

Flugtickets verteuern - und dann?!

Der BUND (der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland) fordert einen Emissionshandel für Flugzeuge und dabei der Klimafaktor berücksichtigt wird. Das bedeutet, dass Airlines Emissionszertifikate für ihre Flugzeuge erwerben. Diese Flugzeuge dürfen dann nur noch die Menge CO2 in die Luft emittieren, welche vorher durch die Zertifikate abgedeckt wurde. 

Es werden Forderungen laut, dass Deutschland eine massive Luftverkehrssteuer oder CO2 Abgabe für Fluggesellschaften einführt. Dazu ist festzustellen, dass sogar das Umweltbundesamt bemängelt, dass in Europa keine Kerosinsteuer (also auf Flugbenzin) erhoben wird. Somit hätten bestimmte Verkehrsträger (wie z.B. die Bahngesellschaften) Nachteile gegenüber den Luftverkehrsgesellschaften.

Eine Luftverkehrsabgabe gibt es in Deutschland seit 2011 und wird in 3 Zielgebiete unterteilt: Kurzstrecke, Mittelstrecke und Langstrecke. Für Flüge nach Europa oder Mittelmeer-Länder kassiert der Zoll und damit der Bund um die 7,50 Euro. Mittelstrecke sind z.B. arabische Länder und da liegt die Abgabe bei etwas unter 25 Euro und bei der Langstrecke immerhin etwas über 40 Euro. Das Geld fließt dem deutschen Staat zu und ich frage mich, was wird damit gemacht?! Wo fließt es hin? Wer kann das denn mal beantworten?!

Erstmal habe ich keine Präferenzen, welche Methode schlussendlich angewandt wird. Wichtig ist, dass überhaupt etwas gemacht wird und das nicht auf die lange Bank geschoben wird. Das fordert im Kern auch #fridaysforfuture. Dieses Problem muss die Politik lösen. Die Forderungen von #fridaysforfuture nach Schnelligkeit und Intensität unterstütze ich. Es geht um eine zeitnahe Handlung. Es darf keine deutsche Insellösung sein, sondern sollte mindestens eine europäisch-einheitliche Regelung sein. Besser noch eine vernünftige weltweite Regelung, denn Luftfahrt macht an Grenzen keinen Halt und ist interkontinental. Was sagen denn Luftfahrt-Lobbyisten und Organisationen z.B. die ICAO oder IATA dazu?! Kümmern die sich ordentlich darum?

Wichtig ist mir eine transparente Nutzung der zusätzlichen Einnahmen im Sinne der Umwelt. Es sollten damit also Projekte gefördert werden, die besonders klimafreundliche Auswirkungen haben. Nicht dass wir ähnliche Verhältnisse wie bei der KFZ-Steuer bekommen, die offenbar für alles Mögliche genutzt wird, nur nicht für eine sehr gute Infrastruktur. Sonst hätten wir z.B. nicht die Probleme mit den Autobahnbrücken an Rhein und Ruhr oder eine dermaßen unbefriedigende Verkehrslage in Berlin.

Bis das alles mal vernünftig geregelt wird, gehen wahrscheinlich Jahre ins Land. Du kannst ja hingehen und einen günstigen Flug buchen und nach meiner obigen Liste den Rest für einen CO2 Ausgleich (s.u.) ausgeben. Ich weiß das klingt schwer, ich mache es selbst im Moment auch noch nicht. Aber es wäre ja der Schritt aus der Komfortzone, der gerne gefordert wird?! Wie ist Deine Meinung dazu?

Schon länger möglich: CO2-Emissionen ausgleichen

Du kannst selbst schon jetzt "etwas" tun. Kritiker sprechen bei dieser Methode aber gerne von "Gewissen-Reinwaschen". Der Ausgleich von Emissionen ist mangels Alternativen für Manchen durchaus ein praktikabler Weg. Nichtstun und Lamentieren hilft nämlich nicht weiter. Das Geld, welches Sie als Kompensation einsetzen, wird lt. dieser Organisationen in Solar-, Wasserkraft-, Biomasse- oder Energiesparprojekte investiert. Ein bekannter Anbieter, bei dem Sie anhand des Online-Rechners die hochgerechnete CO2 Emission für ihre Flugstrecke ermitteln können, ist Atmosfair.

Klimaschützer kritisieren, dass der klimaschädliche Einfluss der Luftfahrt nicht streng genug berechnet wird. Hier möchte ich mich in nächster Zeit noch weiter in das Material einlesen und hier weitere Recherche-Ergebnisse präsentieren.

Weitere Infoseiten dazu auch auf www.greenmiles.de oder www.myclimate.org. Mit diesen Organisationen und ihrem Nutzen möchte ich mich zukünftig noch intensiver beschäftigen und Infos hier sammeln.

Alternativen suchen & finden

Nicht jeder Flug macht Sinn. Es gibt z.B. diverse Gründe, warum ein Geschäftsmann morgens von Düsseldorf nach München und am Abend zurückfliegen muss. Die Alternative Bahn ist in diesen Fällen einfach zu langsam. Auf der Strecke von Köln nach Frankfurt fährt man hingegen am Besten mit der Bahn. Die Fahrtzeit beträgt nur 1 Stunde und Sie sind direkt vom Stadtzentrum am Flughafen. Berechnet man allein die Anreise über verstopfte Autobahnen zum Abflughafen Köln-Bonn mit entsprechender Check-In Zeit von ca. 1 Stunde, sind Sie mit dem Flugzeug sogar länger unterwegs. Airlines haben diese Strecke nach und nach aufgegeben, weil die Bahn die bessere Alternative ist. Ebenfalls mit modernisierter Streckenführung geht es in 4 Stunden von Berlin nach München via Erfurt. Bei einer Punkt-zu-Punkt-Reise von Stadtzentrum zu Stadtzentrum ist das die bessere Wahl.

Genauso sollte man beachten, ob eine weite Anreise zu einem Billigflughafen, der weit außerhalb der Ballungszentren liegt (wie Niederrhein-Weeze, Memmingen-Allgäu oder Hahn-Hunsrück) wirklich lohnt und der teurere Flug mit etablierten Linienmaschinen von zentralen Airports aus Transport- und Umweltsicht deutlich sinniger ist. Auch wenn das manchmal ein paar Euro mehr kostet...

Ich empfehle bei Fluggesellschaft.de diverse Flugsuchmaschinen. Einige davon bieten aktiv Rail & Fly Tickets an oder vergleichen das Flugzeug auf den dazu passenden Flugstrecken innerhalb Europas mit der Bahn oder dem Bus. (Im Fall von Kiwi.com ist das auch so).

Die Reise in der Gesamtheit betrachten

Eine Reise besteht nicht nur aus Hin- und Rückflug. Vor Ort bewegt sich der Urlauber auch und wählt eine Unterkunft aus. Was nützt es wenn man besonders umweltfreundlich sein Reiseziel erreicht, aber im Urlaubsland einen SUV mietet und damit durch die Gegend "heizt" oder klimaschädlichen Motorbootsport betreibt? Achten Sie bei der Wahl ihres Hotels auf besondere Umweltschutzmaßnahmen, planen Sie vor Ort kurze und klimafreundliche Wege ein (Bahn, Bus) und halten Sie den vielgenutzten Begriff Nachhaltigkeit auch bei ihren Besichtigungstouren in der Natur im Auge. Wer das verinnerlicht, betrachtet die vielgescholtene Pauschalreise in einem ganz anderen Blickwinkel! Der auf Masse ausgerichtete Transport der Menschen, ist sparsam um günstigste Urlaubsreisen zu ermöglichen. Aus diesem Grund sehe ich Pauschaltouristen, die sich nicht für Land und Leute interessieren und nie ihre Hotelanlage verlassen, im zynischen Sinne "umweltfreundlicher" als Individualtouristen die mit dem Privatjet anreisen, vor Ort einen Mietwagen buchen und jeden Tag den Urlaubsort wechseln...

Nutzen Sie innovative Fluggesellschaften mit modernen Flugzeugen

Diese Frage kommt häufiger: Welche Flugzeuge sind klimafreundlich? Es gibt Airlines, die sich mit dem Thema beschäftigen und Verbesserungen im Gesamtablauf in Richtung Kostenersparnis und Ressourcenschonung optimieren. Ryanair führte ein neues Navigationssystem ein, was das Abfliegen von effizienteren Flugrouten erlaubt und somit zu Zeitersparnis führt, die sich natürlich auch positiv auf den Spritverbrauch der Ryanair-Flieger auswirkt. Ryanair ist der Meister der Kosteneffizienz, ein besonders umweltfreundliches Interesse möchte ich nicht unbedingt unterstellen. Der umweltfreundliche Effekt ist zum Glück da und von mir aus kann es Ryanair auch für ihre Marketing-Aktionen nutzen.

Wenn Sie sich über Nachhaltigkeit beim Ferienflieger TUIfly informieren möchten, dann können Sie das [klick hier] tun. Dort erfahren Sie etwas über die ISO 14001 Zertifizierung, Umweltpolitik, Platzierung im Atmosfair Airline Index und Klimaschutz im Luftverkehr allgemein.

Bei easyjet werden Triebwerke eingesetzt, die 25% weniger Stickoxide in die Luft emitieren. Denn nicht nur der Kohlendioxid-Ausstoß ist umweltschädlich, sondern auch die weiteren Stoffe, die durch die Triebwerke geblasen werden. Diese Motoren werden bei allen Neuauslieferungen des Flugzeugtyps Airbus A319 an easyJet verwendet.

Bei Airbus laufen die modernen, sparsamen Flugzeuge unter dem Titel "NEO". In Europa ist Lufthansa der Erstkunde des A320 NEO, die skandinavische SAS oder Air France setzen diesen Flugzeugtyp ebenfalls sehr stark ein, bei British Airways kommt er nach und nach. Die Fluggesellschaft mit den meisten NEOs ist der indische Billigflieger IndiGo.

Das Pendant zum A320NEO sollte die Boeing 737-Max-8 sein. Aufgrund der beiden Flugzeugabstürze in Indonesien und Äthiopien ist das Modell auf Eis gelegt worden und Boeing muss massive Anstrengungen unternehmen um das Vertrauen darin wieder herzustellen.

Auf der Langstrecke werden auch NEOs großere Bedeutung bekommen. Die portugiesische TAP setzt vermehrt auf das eigentlich recht alte Flugzeugmuster A330 in der Version A330NEO. Ein ehemaliges Mittelstreckenflugzug, der Airbus A321 wird in der LR= Long-Range-Version häufiger auf transatlantischen Routen zu sehen sein. Dieser wird gerne als A321-NEO bestellt.

Weitere spritsparende Flugzeuge auf der Langstrecke sind der Boeing Dreamliner B787, am besten in der neuesten Verison B787-9 oder B787-10. Das direkte Konkurrenzflugzeug dazu ist der Airbus A350, den gibt es auch in der längeren und damit effizienteren Version A350-900 und A350-1000. Diese beiden Flugzeugmodelle ersetzen zusammen mit der Boeing 777-X nach und nach die Langstreckenflotten, die mit relativ modernen Airbus A380 und Boeing 747 (neueste Version ist 747-8, u.a. bei Lufthansa und Korean Air). Sowohl A380 als auch B747 können die Airlines aber zu keinen Neu-Bestellungen mehr überzeugen. Grund ist die Kosteneffizienz, die sich auch aus dem Spritverbrauch ergibt. Schade für Flugzeugfans, die gerne 4-strahlige Flugzeuge sehen. Offenbar besser für die Umwelt. Auch die neueste Version des Airbus A340-600 (betrieben von Lufthansa und Iberia) findet aus diesem Grund keine Neukunden mehr.

Wie findet man heraus, welcher Flugzeugtyp eingesetzt wird?

Ich arbeite (wie ich oft erwähne) mit mehreren Flugsuchmaschinen zusammen. Das liegt daran, dass es "die beste" Flugsuche nicht gibt. Jede hat ihre Vor- und manchmal auch Nachteile. Bei den Kollegen von Jetradar ist der Vorteil, dass man im Ergebnis die Details aufklappen kann und dort den Typ anschauen kann. Dieser wird immer mit einer 3er Buchstaben- / Zahlenkombination abgekürzt. Infos dazu hier bei Wikipedia [klick hier].

Das Kürzel 32N ist A320-Neo. 32Q ist der A321-Neo (welcher auch bald in der Long-Range LR Version häufiger zu sehen sein wird). 338 ist der A330-800neo und 339 der A330-900neo. 789 steht für Boeing 787-900 und 781 für den erwähnten Dreamliner 787-1000. Die 737-Max 8 wird mit 7M8 und 7M9 abgekürzt, wobei die 9er Version die größere Version dieses Typs ist. Hier die Typen-Ansicht bei Jetradar. Dazu klickst Du in die Flugsuche über die Grafik, wählst ein Ergebnis aus und klickst die Details über den Pfeil nach unten auf der rechten Bildschirmseite:


Wenn Du gezielt nach einer bestimmten Flugstrecke suchst und Dir die eingesetzten Flugzeugtypen dazu anzeigen lassen willst, dann gehe zu Flightradar24. Im nachfolgenden Bildschirmfoto siehst Du, dass ich in der Suche von Flightradar24 nach "FRA-SIN" gesucht habe. Ich nutze die 3-Buchstaben-Kürzel der Flughäfen FRA = Frankfurt dann einen Bindestrich und das Ziel SIN = Singapur. Du kannst das mit jeder Flugroute so machen. Als Ergebnis kommen hier Lufthansa und Singapore Airlines. Klickst Du dann auf eine der Flugnummern, bekommst Du in der kostenlosen Version die Flüge (mit Flugzeugtypen) dieser Flugnummer der letzten 7 Tage:


Wenn Du z.B. LH778 anklickst, dann erscheint die Lufthansa Flugroute mit dem Kürzel 388. Auch hier benötigst Du wieder die oben genannte Liste von Kürzeln für Flugzeugtypen. Du siehst dann sofort, es handelt sich um einen Airbus A380-800 eingesetzt.

Man kann jetzt nach diesem Schema seinen Flug auswählen, aber ich frage mich ernsthaft ob das nicht eher Erbsenzählerei ist?! Ob wir damit das Klima retten können wage ich zu bezweifeln. Erhöhte Nachfrage nach modernem Fluggerät kann vielleicht die Airlines überzeugen schneller auf die verbrauchsarmen Muster umzusatteln. Das wäre ja wengistens ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein.

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