Mein CO₂ Fußabdruck

Auf dieser Seite erkläre ich Dir nochmal genauer, wie ich meinen eigenen CO₂ Fußabdruck sehe. Das Ergebnis ist streckenweise leider nicht besonders nachhaltig. Zum Glück hatte und habe ich Phasen der Eigenerkenntnis und hoffe so auch wieder mehr ins Handeln zum Guten zu kommen. Ein Anfang ist gemacht und eine Dokumentation schon ein erster Schritt.

Die Kinder- und Jugendzeit

Nach heutigen Maßstäben müsste ich meiner Elterngeneration den Vorwurf machen, zu keinem Zeitpunkt über Nachhaltigkeit auch nur nachgedacht zu haben. Meine Eltern haben den 2. Weltkrieg er- und überlebt und in der Nachkriegszeit mit ihrer Arbeitskraft geholfen, den Wohlstandsstaat aufzubauen. Ich kann ihre Denkweise und Entscheidungen mit etwas Abstand auf jeden Fall nachvollziehen und respektiere sie auch.

In den 70er Jahren war man dank Josef Neckermann und TUI froh, dass sich immer mehr Leute eine Flugreise leisten konnten. Fliegen war nicht mehr nur den Geschäftsleuten und "Schönen & Reichen Jetsettern" vorbehalten. Auch ich habe davon profitiert und wurde auf jährliche Pauschal-Urlaube mit nach Mallorca oder auf die Kanaren genommen (siehe Foto an der Hand der Dame mit der pinken Bluse). Der damals häufig genutzte Flugzeugtyp McDonnell Douglas DC10 (Condor!) oder LTU mit ihren Tristars (L-1011) galten als besonders verbrauchsarm. Heute würde man sie als Dreckschleudern bezeichnen. Sie sind aber kaum noch in der Luft auffindbar. Jedenfalls nicht bei zivilen europäischen Passagier-Fluggesellschaften, sondern z.B. die DC10 nur noch als Frachter bei Fedex oder beim US-Militär. (kleine Randbemerkung: damals sind die Urlauber noch mit Anzug und teilweise Schlips zum Ballermann gereist.)

Abitur, Zivildienst und Geographie-Studium

Meine bisher nachhaltigste Zeit! Ich habe zwar mit 18 Jahren einen Führerschein gemacht, mir erschien aber Mamas-Diesel-Benz mit 10 Liter Verbrauch auf 100km als ganz schöner Spritfresser. Meine ersten Gedanken verfolgten mangels Geld die größtmögliche Spritvermeidung. Als Teilnehmer am Geograhpie-Leistungskurs hat man natürlich auch entsprechende Folgen der Industrialisierung besprochen. Seitdem halte ich zuviel Kraftstoffverbrauch als sicher nicht gut für die Umwelt. Die Ölkrise in den 1970er Jahren hatte viele Menschen, so auch mich, dafür sensibilisiert, dass die natürlichen Ressourcen endlich sind. Das Fahrrad gilt für mich seitdem als die beste Fortbewegungsmöglichkeit im Umkreis von bis zu 10km. Bis heute!

Leider war meine Stelle als Zivi etwas weiter entfernt und ich hatte nur ab und zu Lust mit dem 3-Gang-Hollandrad (damals gab es noch keine fancy Trekking-Bikes) dorthin zu fahren. Alternativ entschied ich mich fürs Motorrad. Dabei habe ich explizit eines mit wenig Spritverbrauch (nur 3L / 100km) ausgewählt. Kein Witz, das war damals das wichtigste Kriterium für mich. Nicht eines der coolsten Bikes (ich bin aufgrund der Maximalgeschwindigkeit von 110km/h sogar ausgelacht worden), aber schön und sparsam. Damit bin ich zwei Jahre durch die Gegend gezuckelt und auf längeren Touren mit dem Zug oder geliehenen Auto. 

Meine "sauberste Zeit" war die Studentenphase. Dort habe ich in der deutschen Fahrrad-Hauptstadt Münster gewohnt und war quasi nur mit Rad und Bahn unterwegs. Ich bin monatelang überhaupt nicht Auto gefahren. Dieses besondere Fahrradflair von Münster war mitentscheidend für die Wahl dieses Studienorts. 
Trotz "langer Semesterferien" bin ich nicht um die Welt gejettet, sondern lag im Krankenhaus oder zu Hause rum um meine diversen Wehwechen auszukurieren. In der Zeit bin ich 3-4 Jahre kaum oder gar nicht geflogen. Ich müsste mal in alten Aufzeichnungen kramen um das genau herauszufinden. In den Urlaub bin ich mit Jugendfreizeiten gefahren. Da ging es mit dem VW-Bus nach Jugoslawien, Südfrankreich und solche Sachen. Eine schöne Zeit! (Nein, früher war nicht Allles besser.)

Die Zeit als Reiseverkehrskaufmann

Nach Abbruch des Geographie-Studiums und mit dem Einstieg in die Reisebranche sowie der Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann ab 1995 war es dann leider vorbei mit meiner CO₂-armen Zeit. Ab da war ich relativ oft, manchmal 7 bis 9 mal im Jahr unterwegs. Das ging soweit, dass ich am Ende des Jahres lange überlegen musste, wo ich am Anfang war. Damals dachte ich, dass man nur wirklich gut beraten kann, wenn man selbst die Reiseziele vor Ort besucht hat. Ich kenne heute sehr gute Reiseverkäufer, bei denen das auch so ist. Dann gibt es Spezialisten, die sich auf bestimmte Reiseziele oder Reiseformen spezialisiert haben und dies regelmäßig auffrischen müssen und dann gibt es die Experten, die gut beraten können ohne vor Ort gewesen sein zu müssen.

Diese Phase hat ca. 10 Jahre angedauert. Leider muss ich mich hier fragen, ob ich das je wieder ausgleichen kann, was ich da an CO₂ Abdrücken hinterlassen habe. Dann haben sich meine Schwerpunkte noch mehr auf das Online-Business verlagert und das häufige Reisen hat einen geringeren Stellenwert eingenommen. Diese Entwicklung ist bei vielen Menschen zu beobachten, dass sie zwischen 20 und 35 ihre reise-intensive Phase haben und es danach mit dem Alter abnimmt. (Eine kleine Generalisierung sei verziehen.)

In diesem Video zeige ich Dir, wie ich selbst das Entstehen von Kondensstreifen in einem Flugzeug (Boeing 777) filmen konnte:

Ich will damit gar keine pro oder contra Meinung kundtun, sondern einfach mal zeigen dass ich selbst geflogen bin und gesehen habe, welchen Ausstoß mein Flugzeug mit seinen Triebwerken in großer Höhe produziert und dass ich nicht leugnen kann, dass bei der Verbrennung Abgase und Wasserdampf entstehen. Und das scheinbar richtig viel!

Mobilität von 2006 bis heute

Mobilität ist für mich extrem wichtig. Neben 4 Fahrrädern, die ich besitze (darunter zwei E-Bikes) fahre ich sehr viel Auto um zwischen Berlin und meiner Heimatstadt Duisburg hin- und herzukommen. Ich nutze selten die Bahn (außer natürlich die S-Bahn in Berlin), weil ich mein Auto vor Ort benötige. In letzter Zeit versuche ich dennoch häufiger die Bahn zu nutzen. Man muss sich halt sehr früh entscheiden können, dann ist die Bahn absolut konkurrenzfähig. Das Flugzeug nutze ich auf der Strecke Düsseldorf oder Köln nach Berlin so gut wie nie, auch wenn die Preise attraktiv sind. Auf die Idee komme ich erst gar nicht.

Seit 2011 fahre ich ein besonders verbrauchsarmes Auto. Der Wagen ist alles andere als ein Status-Symbol, was man in der Diebstahlstatistik sehen kann. Ich muss nicht befürchten, dass mir dieses Auto gestohlen wird, weil es leider kaum Fans auf dem deutschen Markt hat. Es ist aber ein super zuverlässiges Gefährt. Nicht selten habe ich es in NRW geschafft, die offiziellen Werte von 4,2 Liter Verbrauch auf 100km zu erreichen. Bei normaler Fahrweise habe ich einen Durchschnittsverbrauch von 4,6 Liter Diesel. Immerhin! Wer kann das noch von seinem Auto behaupten?

Blöd allerdings, dass dieses Auto in einer Zeit hergestellt und verkauft wurde, in der vernünftige NOx-Werte kaum eine Bedeutung hatten. Der Hersteller ist Nissan und der Motor kommt vom Kooperationspartner Renault. Die NOx Werte sind vermutlich fürchterlich. Genau kann ich es nicht sagen, weil mein Auto (aufgrund der Unbedeutung für den deutschen Markt) in keiner Statistik auftaucht. Der Motor ist aber vergleichbar mit dem Renault Captur Diesel und der ist mitführend in allen schlechten NOx Diesel Statistiken von sog. Kleinwagen. Mit diesem Thema habe ich noch nicht abgeschlossen, weil dem Euro-5-Diesel Fahrverbote drohen und ich mich sicher nochmal an den / die Hersteller wenden werde. Hier wurde (und wird bis heute) leider nicht mit offenen Karten gespielt und am Ende ist der Kunde (also ich bzw. die Umwelt) der/die Dumme.

Vorher habe ich einen Golf-Diesel mit ähnlicher Kilometerleistung und einem Verbrauch von 5 bis 5,5 Liter auf 100 Kilometern gefahren. Auch da war mir ein sparsamer 90PS Motor besonders wichtig bei der Entscheidung für das Fahrzeug.

Hobby / Beruf: Deutschland Tourismus

Neben meiner Haupttätigkeit als Webseitenbetreiber von Reiseportalen für deutschsprachige Urlauber, die weltweit verreisen möchten habe ich einen weiteren Schwerpunkt im Deutschland-Tourismus aufgebaut. Dabei mit zwei Zielgebieten, an denen ich einen Wohnsitz habe oder hatte. Von 2008 bis ca. 2015 habe ich intensiv im Ruhrgebiets-Tourismus mit Schwerpunkt Landschaftspark Duisburg-Nord gearbeitet. Dazu zählten aber auch geführte Radtouren durch Duisburg und die Arbeit als Rad-Guide im Rahmen der Emscherkunst 2013. Mit meinem Umzug nach Berlin musste ich diese Tätigkeiten leider bis auf ein Minimum reduzieren.


Thomas auf dem Hochofen 5 im ehemaligen Eisenhüttenwerk Duisburg-Meiderich, welches jetzt die Kulisse für den Landschaftspark Duisburg-Nord bildet.

Das was ich im Ruhrgebiet mit Spaß und Elan gestartet hatte, wollte ich in ähnlicher Form in Berlin fortsetzen. In die Geschichte der Hauptstadt muss man sich aber erstmal nach und nach reinlesen. Seit 2015 arbeite ich von Zeit zu Zeit als Rikschafahrer für Velotaxi in Berlin. Leider ist diese Mischung aus Transporteur und Gästeführer in den letzten 2 Jahren viel zu kurz gekommen. Ich bin fast gar nicht mehr gefahren. Allerdings bin ich angemeldet, kann jederzeit starten und möchte hier wieder deutlich aktiver werden. Ich sehe das auch als willkommenen Ausgleich zum Arbeiten zu Hause am PC.

Thomas als Fahrer in einem Velotaxi direkt vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Diese Velotaxen sind 3-Räder, die zwei Erwachsene und 1 kleines Kind + Fahrer transportieren dürfen. Es gibt eine Unterstützung durch den e-Motor, 24V, 36V oder 48V. Was man in heutigen 2-Rad-E-Bikes auch so findet. Velotaxi kauft grünen Strom ein. Aufgrund des Gewichtes des ganzen Gefährts muss man ganz schön strampeln. Aber macht Spaß! Besser kann man Berlin nicht kennenlernen, behaupte nicht nur ich.

Mein Hobby: Planespotting

Tja, da scheiden sich auch die Geister. Unter meinen Spotter-Kollegen (sehr männerlastiges Hobby) findet man nicht so richtig viele ausgewiesene Umweltschützer. In der Regel lieben wir Flugzeuge mit 4 Triebwerken wie die Boeing 747, den Airbus A380 oder den A340-600. Nicht die saubersten Flugzeugtypen. Spotter sagen über die Planespotter, dass es eh ein skurilles Hobby ist, wenn man am Flughafen rumsteht und Flugzeugen bei Starts und Landungen zusieht.

Andere Stimmen behaupten, dass wir durch das reine Zusehen vor Ort und die Live-Übertragungen via Internet für den heimischen Bildschirm quasi kaum Extra-Ressourcen verschwenden. Das passt dann an dem Punkt nicht mehr, wenn man nur zum Planespotten irgendwohin fliegt. Das Thema muss ich weiter (auch kritisch) betrachten mit den Kollegen besprechen (die werden sich freuen...) und vertage es für heute...


Hier bin ich auf dem Ford-Van von BigJet.TV. Die Beiden sind in der Welt des Video-Planespottens und der Live-Übertragen ziemlich bekannt. Jerry Dyer (Mitte)  und Ger Dooley (aka Ger Lingus) am Flughafen London-Heathrow im August 2018. Ich bin extra für die 3 Tage Flugzeuge-Gucken dorthin geflogen.

Umweltschutz ist mehr als "nur" Fahrradfahren

Man kann einerseits das Autofahren und Fliegen reduzieren und sein Mobilitätsverhalten zugunsten des Fahrradfahrens oder ÖPNV ändern. Aber reicht das aus? Ist das schon Alles? Ich glaube nicht. 

Was treibt mich noch weiter an? Aus meiner Sicht trägt auch ein optimiertes Konsumverhalten zum aktiven Umweltschutz und zur Ressourcen-Einsparung bei. Glücklicherweise sehen dass meine "Mitbewohner", u.a. meine Lebenspartnerin, ähnlich. Wir haben noch einen weiten Weg zum Ideal vor uns, aber ein geringerer Fleischkonsum gehört dazu. Im Bereich Mülltrennung haben wir glücklicherweise den Platz für einen Komposthaufen. In unserem Garten werden Früchte geerntet und daraus Marmelade gemacht. Diese verschenken wir und tragen hoffentlich dazu bei, dass auch andere Menschen ihren Konsum hinterfragen. Wir haben keine Monokultur im Garten, sondern ziehen damit nützliche Tiere wie Bienen an. Wasser zur Bewässerung des Gartens wird aus einem eigenen Brunnen gewonnen.

Wir sind gerade dabei, den Trinkwasser-Konsum zu erhöhen noch mehr auf "Kraneburger" umzustellen. Damit möchten wir Wassertransport, Plastikflaschen, Softdrinks wie Cola usw. reduzieren. Es gibt soviele Ansatzpunkte - Die Liste kann ich ziemlich lang fortführen. Sicherlich durch Privilegien behaftet, können wir es einfacher machen als Andere. Aber der Wille und die Umsetzung muss auch da sein. Und das klappt schon ganz gut.

In der Klimaschutz-Diskussion geht es leider drunter und drüber. Ein paar sehr schlechte und ein paar gute Argumente habe ich [klick hier] in diesem Sonderbereich zusammengefasst.

Was spornt mich an und was kann ich tun?!

Mit der Webseite Fluggesellschaft.de versuche ich Infos über Airlines zu geben und natürlich das Fliegen dem Nutzer schmackhaft zu machen. Per se ist das nicht klimaneutral, das ist schon klar. Ich vertraue und hoffe auf die Innovationen in der Zukunft, die den Klimaschaden weiter begrenzen, so wie das bei anderen Transportmitteln auch der Fall ist. Die Luftfahrt muss größere Anstrengungen unternehmen als andere Branchen um auf den gleich-guten Effekt zu kommen. Mein Beitrag soll sein, den Fluggast und die Fluganbieter für den Umweltschutz zu sensibilisieren damit sie ihr Verhalten in Zukunft ggfls. anpassen. Außerdem möchte ich die Mitglieder der Luftfahrt-Community überzeugen, dem Umweltschutz eine größere Bühne und einen größeren Wert zu geben.

Und Du so?!

Jetzt habe ich Dir hier auf der Seite ganz schön viele persönliche Infos von mir gegeben. Das kostet Überwindung und ich offenbare mich auch nicht so gerne dem anonymen Internet. Wie wäre es, wenn Du mir im Gegenzug über Deinen CO2-Fußabdruck berichtest? Kontaktmöglichkeiten (eMail und Telefon-Anrufbeantworter) findest Du im Impressum [klick hier].

Außerdem habe ich auf der Webseite des Umweltbundesamts einen CO2 Rechner gefunden [klick hier]. Dort kannst Du für Dich berechnen, wie Deine Bilanz aussieht.

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Über meinen eigenen CO2 Abdruck habe ich [klick hier] berichtet. Urpsrung ist die Übersichtsseite zum Thema Nachhaltigkeit & Fliegen [klick hier] bei Fluggesellschaft.de gibt. Über den Link gelangst Du dorthin zurück.

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