Ryanair Teil 3: (Never?)-Ending Buchungsprozess

Jetzt habe ich doch nochmal eine Nacht drüber geschlafen und schlecht geträumt: Vielleicht sind ja heute die Flugplätze nicht mehr da. Ich möchte billig fliegen und bin deshalb wieder auf ryanair.de und starte den Buchungsprozess neu. Und siehe da: Neuer Tag, neues Glück. Ich habe innerhalb von 24 Stunden meinen sechsten Preis. Der Flug ist nochmal günstiger geworden und liegt jetzt nicht mehr bei 13,99 sondern bei 9,99 EUR. Wer hätte das gedacht?

Von den gestrigen Versuchen bereits bestens geübt, geht mir die Eingabe der persönlichen Daten, das Hinzubuchen eines Gepäckstücks und die Abwahl der Reiseversicherung (wir erinnern uns, ich muss mich in das Grenzgebiet zwischen Lettland und Litauen begeben) ganz locker von der Hand.

Der nächste Kasten beschäftigt sich mit dem Thema "SMS Confirmation". Meine dem englischen unbedarften Eltern würden sich fragen, ob sie da dem Enkel zur Konfirmation eine SMS schicken sollen. Ist ja schließlich bald Frühling. Da ich des Englischen ein bisschen mächtig bin, verstehe ich, dass es sich um eine Buchungsbestätigung per SMS handeln wird. Klick auf den Radio-Button klärt auf, dass dieser Service ganze 1,- Euro kosten soll. Da fragt man sich doch, warum man das machen sollte. Ich habe doch eMail und deren Empfang kostet gar nichts.

Außerdem kann ich die ausdrucken und mit zum Flughafen bringen. Falls mit der Buchung etwas sein sollte, kann ich dann immer noch schwarz auf weiß ein Papier vorlegen. SMS kann man schnell mal löschen, das Handy verlieren usw. - Klingt mir erstmal 1,- Euro zu viel für ein mehr an Unsicherheit. Ich will ja keine Fehler machen und alle Risiken möglichst minimieren.

Bevor ich auf "nein" klicke amüsiere ich mich aber noch über das beknackte Popup-Fenster "Für weitere Infos hier klicken" mit den lustigen Schreibfehler "Mochten Sie ihere Bestätigungsnummer..." und der dreimaligen (!) Erklärung, wie man diesen Wunsch (ja oder nein) anklicken kann. Soviel Aufwand für eine Zusatzeinnahme von 1,- Euro an dieser wichtigen Stelle direkt unterhalb des Fluggast-Namens hätte mich stutzig machen sollen.

Ich Trottel will den Euro sparen und klicke auf Nein. Wie sich später zeigen soll, werde ich das bitter bereuen. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich auch von dem darunterliegenden Kasten abgelenkt war, denn darin befinden sich drei Bilder eines Samsonite Koffers mit dem Obertitel "Von Ryanair anerkanntes Handgepäck". Was ist nun los? Ist alles außer dieses blauen Samsonite Koffers kein von Ryanair anerkanntes Handgepäck? Der Hinweis "kostenlose Lieferung" springt mir so ins Auge, dass ich besser auf den Link "Abmessungen Bordgepäck" klicke um auch ja nicht wieder einen Fehler zu machen.

Doch genau das war der Fehler. Es erscheint eines der beliebten Popups, diesmal mit einem breit grinsenden Michael O'Leary, der den offiziellen Koffer mit festem Griff umklammert. Da möchte man ja direkt zuschlagen, also bei diesem Angebot! 79,- Euro kostet der Spaß. Mache ich nicht und kümmere mich um die nächsten Kästchen in der Buchungsstrecke für Billigflüge bei Ryanair.

Sportausrüstungen, Musikinstrumente, Gegenstände für Kleinkinder und besondere Hilfeleistungen lehne ich ab. Dann kommt der letzte Abschnitt mit dem Modewort "Wichtig". Die Allgemeinen Beförderungsbedingungen und Nutzungsbedingungen hake ich in einem einzigen Rutsch ab und erlaube gleichzeitig dieser Billigfluggesellschaft zu behaupten: Wenn diese eine Mail an mich sendet, dann muss die gar nicht ankommen um als von mir erhalten deklariert zu werden. Das bedeutet nämlich der letzte Satz: "Dabei wird der Nachweis der E-Mail-Absendung als Beweis für den Erhalt der Mitteilung angesehen."

Die Beförderungsbedingungen und Nutzungsbedingungen habe ich mir übrigens nicht durchgelesen, weil erstere eine Länge von sage und schreibe 14 (vierzehn) eng bedruckten DIN A4 Seiten haben und letztere immerhin nur auf 2 Seiten, diese aber in englisch zusammengefasst sind. Ich rege mich nicht darüber auf und will endlich weiterklicken.

Was ich auch tue. Allerdings gehts nicht weiter, denn es erscheint (wiedermal, wer hätte das gedacht) ein Popup mit dem Hinweis: "HALT!" - Zonengrenze oder was? - Nein, ich werde gefragt, warum ich "dieses Risiko" eingehe, keine Versicherung zu buchen. Das verrate ich Euch natürlich nicht, dass ich eine Jahresversicherung habe und ich nicht doppeltgemoppelt versichert sein will. Verwirrung kommt auf, als ich das Popup wegklicken will. Der Button "Nein Danke" ist in freundlichem blau gestaltet und der Button "Bitte schließen Sie ... ab" viel größer und in schreiendem rot. Muss man auch erstmal drauf kommen und war in meinem Gehirn andersrum belegt.

Oha. Jetzt wollte ich eigentlich den billigen Flug bei Ryanair buchen, aber ich habe mich zu lange über mein Tun vertippt. Es erscheint als nächstes eine englische Fehlermeldung: Sorry, SessionTimeOut mit weiteren Erklärungen in der Inselsprache. Es bliebt nur der Klick auf "Home" um wieder von vorne anzufangen...

To be continued im Teil 4

Textinfos und Foto: eigener Redakteur am Airport

Nachricht vom 8.4.2011

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