FR24 ist die gängige Abkürzung für Flightradar24, einen Flugtracker aus Stockholm, der Flugzeugpositionen weltweit live auf einer Karte zeigt – im Browser und als App. Die Daten stammen vor allem von ADS-B-Empfängern, die Freiwillige betreiben.
Auf einen Blick
- Flightradar24 wurde 2006 von den Schweden Mikael Robertsson und Olov Lindberg gegründet und wird von der Flightradar24 AB mit Sitz in Stockholm betrieben.
- Hauptquelle sind bodengestützte ADS-B-Empfänger von Freiwilligen; nach eigener Angabe waren 2023 mehr als 40.000 Empfänger angeschlossen.
- Flugzeuge ohne ADS-B ortet Flightradar24 per Multilateration (MLAT), wofür mindestens vier Empfänger dasselbe Signal auffangen müssen.
- Seit dem 3. März 2020 sehen alle Nutzer auch per Satellit empfangene ADS-B-Daten; in den USA kommen FAA-Daten mit rund fünf Minuten Verzögerung hinzu.
- Flightradar24 blendet bestimmte Flugzeuge aus Sicherheits- und Datenschutzgründen aus, etwa über das US-Programm LADD (Limited Aircraft Data Displayed).
Inhalt (8 Abschnitte)
Was ist Flightradar24?
Flightradar24 ist ein Onlinedienst, der Flugzeuge weltweit nahezu in Echtzeit auf einer Karte anzeigt – mit Flugnummer, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Höhe, Geschwindigkeit sowie Start- und Zielflughafen. Unter Spottern heißt der Dienst kurz FR24. Betreiber ist die Flightradar24 AB mit Sitz in Stockholm.
Gegründet wurde Flightradar24 2006 von den schwedischen Luftfahrt-Enthusiasten Mikael Robertsson und Olov Lindberg, zunächst für Nord- und Mitteleuropa. Seit 2009 kann jeder mit einem passenden Empfänger Daten beisteuern. International bekannt wurde der Dienst 2010, als Medien damit die Flugausfälle nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull zeigten. Im selben Jahr erschien die erste App für iOS, kurz darauf für Android.
Wie stark das Interesse ist, zeigte der 13. September 2022: Den Flug mit dem Sarg von Königin Elisabeth II. verfolgten rund 4,79 Millionen Menschen zumindest teilweise – der meistverfolgte Flug in der Geschichte des Dienstes.
Woher kommen die Daten?
Flightradar24 kombiniert mehrere Quellen:
- ADS-B (Automatic Dependent Surveillance – Broadcast): Moderne Verkehrsflugzeuge senden ihre per GPS bestimmte Position, Höhe und Kennung selbstständig aus. Freiwillige Feeder fangen diese Signale mit Antenne und Empfänger auf und schicken sie ins Netz. Nach Angaben von Flightradar24 waren 2023 mehr als 40.000 solcher Empfänger angeschlossen.
- MLAT (Multilateration): Flugzeuge ohne ADS-B, aber mit Mode-S-Transponder, werden über Laufzeitunterschiede berechnet. Dafür müssen mindestens vier Empfänger dasselbe Signal hören – in Europa ist das fast flächendeckend möglich, in den USA nur in Teilen.
- Satellit: ADS-B-Empfänger im All decken Ozeane und dünn besiedelte Regionen ab. Seit März 2020 sind diese Daten für alle Nutzer sichtbar; solche Flugzeuge erscheinen auf der Karte blau statt gelb.
- FAA-Daten: In den USA liefert die Luftfahrtbehörde FAA Radardaten mit rund fünf Minuten Verzögerung, teils ohne Kennzeichen.
- FLARM: Daten von Segel- und Leichtflugzeugen über das Open Glider Network.
Die Positionen landen damit in Echtzeit auf der Karte – mit Ausnahme der verzögerten FAA-Daten.
App und Abos: Was ist kostenlos?
Die Live-Karte auf flightradar24.com und die Apps für iOS und Android lassen sich kostenlos nutzen, dann mit Werbung und eingeschränktem Funktionsumfang. Wer mehr will, kann ein Abo abschließen. Laut einem Vergleich von GIGA (Stand: April 2026) gibt es neben der Gratis-Version drei Stufen:
- Silver: werbefrei, Flughistorie bis 90 Tage zurück
- Gold: zusätzliche Karten-Ebenen und Flugdaten, Historie bis 365 Tage
- Business: für kommerzielle Nutzung, mit Zusatzansichten und bis zu drei Jahren Historie
Die kostenlose Version zeigt die Flughistorie nur für die letzten sieben Tage. Preise ändern sich je nach Plattform und Region – prüfe sie im App-Store oder auf der Website. Wer selbst einen Empfänger betreibt und Daten liefert, erhält von Flightradar24 als Gegenleistung ein kostenloses Abo.
Grenzen: Was Flightradar24 nicht zeigt
Flightradar24 blendet nach eigener Aussage bestimmte ADS-B-Daten aus Sicherheits- und Datenschutzgründen aus. Dazu nutzt der Dienst unter anderem das US-Programm LADD (Limited Aircraft Data Displayed), über das Halter etwa von Privatjets eine eingeschränkte Anzeige beantragen können. Ein bekanntes Beispiel: Die japanischen Regierungsflugzeuge waren bis August 2014 sichtbar, dann ließ das japanische Verteidigungsministerium sie sperren.
Hinzu kommen technische Lücken. Ältere Typen wie Boeing 727 oder 747-100/-200 haben ab Werk kein ADS-B und erscheinen nur, wenn sie nachgerüstet wurden oder per MLAT erfasst werden. Militärflugzeuge schalten ihre Transponder oft ab. Über Ozeanen hängt die Darstellung von Satellitendaten ab. Für Planespotter heißt das: Ein Flugzeug, das nicht auf der Karte ist, kann trotzdem kommen.
Kritik gab es 2025 am Datenschutz: Laut einer Recherche des Schweizer Senders SRF gab Flightradar24 Standortdaten von App-Nutzern an Werbepartner weiter.
Flightradar24, ADS-B Exchange und AirNav Radar im Vergleich
Technisch arbeiten die großen Flugtracker ähnlich, unterscheiden sich aber beim Umgang mit sensiblen Flügen und bei den Zusatzdaten.
| Merkmal | Flightradar24 | ADS-B Exchange | AirNav Radar (früher Radarbox) |
|---|---|---|---|
| Gründung / Sitz | 2006, Stockholm (Schweden) | 2016, USA | AirNav Systems, 2001, Tampa (USA) |
| Datenquellen | ADS-B, MLAT, Satellit, FAA, FLARM | ADS-B, MLAT | ADS-B, MLAT, Satellit, FAA u. a. |
| Filterung | blendet u. a. LADD-Flugzeuge aus | nach eigener Aussage ungefiltert | kommerzieller Tracker mit eigenen Regeln |
| Stärken | Linienflüge, Fotos, Historie | Militär, Business Jets, Rohdaten | Flughafen-Ansichten, Wetter |
Radarbox heißt seit Dezember 2024 AirNav Radar. Wie so eine App entsteht, erzählt unser Interview zum Flugradar Radarbox.
Tipps für Planespotter
Am Zaun ist FR24 für viele das wichtigste Werkzeug: Ein Blick auf den Anflug zeigt, welcher Typ in den nächsten Minuten landet und auf welcher Runway. Über die Suche nach Kennzeichen oder Flugnummer lässt sich ein Sondergast wie ein A380 oder ein Flugzeug mit besonderer Lackierung gezielt abpassen. Mit Filtern und Benachrichtigungen (je nach Abo) behältst Du bestimmte Airlines oder Typen im Blick.
Verlass Dich aber nicht auf eine einzige Radar-App: Gesperrte oder schlecht abgedeckte Flugzeuge findest Du oft bei einem anderen Dienst. Viele Spotter vergleichen deshalb Flightradar24 mit ADS-B Exchange. Weitere Begriffe aus der Spotter-Sprache stehen im Glossar von A bis Z.
Häufige Fragen
Ist Flightradar24 kostenlos?
Ja, die Live-Karte und die Grundfunktionen der App sind kostenlos, aber mit Werbung und einer Flughistorie von nur sieben Tagen. Werbefreiheit, längere Historie und Zusatzdaten gibt es in den kostenpflichtigen Abos Silver, Gold und Business.
Woher hat Flightradar24 seine Daten?
Hauptquelle sind ADS-B-Signale, die Flugzeuge selbst aussenden und die von mehr als 40.000 Empfängern freiwilliger Feeder aufgefangen werden. Dazu kommen Multilateration, Satellitendaten, verzögerte FAA-Daten aus den USA und FLARM-Daten von Segelflugzeugen.
Warum wird ein Flugzeug bei Flightradar24 nicht angezeigt?
Entweder sendet das Flugzeug kein ADS-B und befindet sich außerhalb der MLAT-Abdeckung, oder es wurde bewusst ausgeblendet, etwa über das US-Programm LADD. Militärflugzeuge schalten ihre Transponder zudem oft ab. Andere Tracker wie ADS-B Exchange zeigen manche dieser Flugzeuge trotzdem.
Was bedeutet FR24?
FR24 ist die Abkürzung für Flightradar24, den Flugtracker der schwedischen Flightradar24 AB. Spotter nutzen das Kürzel im Chat und in Livestreams, wenn sie auf einen Flug in der App verweisen.
Verwandte Begriffe
Quellen
- Wikipedia: Flightradar24
- Wikipedia (EN): Flightradar24
- GIGA: Flightradar-Kosten – alle aktuellen Abo-Modelle im Vergleich (April 2026)
- Wikipedia (EN): AirNav Systems
Stand: 10/2026