Squawk 7700 ist der weltweit einheitliche Transpondercode für einen Notfall an Bord: Die Crew stellt ihn ein, damit die Flugsicherung sofort alarmiert ist und den Flug bevorzugt behandelt. Der Code wird oft vorsorglich gesetzt, etwa bei einem medizinischen Notfall oder einem technischen Problem, und bedeutet nicht automatisch akute Gefahr.
Auf einen Blick
- Squawk 7700 ist der weltweit einheitliche Transpondercode für einen Notfall (General Emergency) an Bord eines Flugzeugs.
- Neben 7700 gibt es zwei weitere Notfallcodes: 7600 steht für Funkausfall, 7500 für einen widerrechtlichen Eingriff wie eine Entführung.
- Laut US-Luftfahrthandbuch der FAA löst Code 7700 an allen Lotsenarbeitsplätzen der Radarstellen normalerweise einen Alarm oder eine besondere Anzeige aus.
- Die Crew kann 7700 sowohl bei einer Notlage (Mayday) als auch bei einer dringlichen Lage (Pan-Pan) setzen, etwa bei einem medizinischen Notfall oder Druckverlust.
- Das Wort Squawk stammt aus dem Zweiten Weltkrieg: Das Freund-Feind-Kennungssystem IFF trug den Codenamen „Parrot“ (Papagei).
Inhalt (8 Abschnitte)
Was bedeutet Squawk 7700?
Squawk 7700 ist der internationale Transpondercode für einen Notfall an Bord eines Flugzeugs. Stellt die Crew diesen Code ein, erkennt die Flugsicherung (ATC) auf ihren Radarschirmen sofort, dass das Flugzeug Hilfe oder bevorzugte Behandlung braucht. Laut dem Luftfahrthandbuch der US-Behörde FAA löst Code 7700 an allen Lotsenarbeitsplätzen der Radarstellen normalerweise einen Alarm oder eine besondere Anzeige aus.
Der Transponder ist ein Funkgerät an Bord, das auf Abfrage des Sekundärradars einen vierstelligen Code und die Flughöhe sendet. Jede Ziffer reicht von 0 bis 7, es gibt also 4.096 Codes. Normalerweise teilt der Lotse jedem Flug einen eigenen Code zu. „Squawk“ ist der Funkbegriff dafür – „squawk 4711“ heißt: Stell Code 4711 ein. Das Wort stammt aus dem Zweiten Weltkrieg: Das britische Freund-Feind-Kennungssystem IFF hatte den Codenamen „Parrot“ (Papagei), und ein Papagei „squawkt“.
Die wichtigsten Transpondercodes im Überblick
Drei Codes sind weltweit für Notfälle reserviert. Dazu kommen einige Standardcodes für Flüge ohne eigene Zuweisung:
| Code | Bedeutung | Gültigkeit |
|---|---|---|
| 7700 | Notfall (General Emergency) | weltweit |
| 7600 | Funkausfall (Lost Communication) | weltweit |
| 7500 | widerrechtlicher Eingriff, z. B. Entführung | weltweit |
| 2000 | Flugzeug ohne zugewiesenen Code, etwa beim Einflug aus einem Gebiet ohne Sekundärradar | ICAO-Standard |
| 7000 | Sichtflug (VFR) ohne zugewiesenen Code | Europa, auch Deutschland |
| 1200 | Sichtflug (VFR) ohne zugewiesenen Code | USA und Kanada |
| 1000 | Mode-S-Sammelcode: Das Flugzeug wird über seine automatisch übertragene Kennung identifiziert | Teile Europas, u. a. Deutschland |
Für Planespotter heißt das: Ein Flug mit 7000 ist meist ein Kleinflugzeug im Sichtflug, ein Linienflug mit 1000 ist völlig normal – nur 7500, 7600 und 7700 deuten auf eine besondere Lage hin.
Was passiert bei Squawk 7700?
Mit 7700 bekommt der Flug Vorrang. Typische Folgen sind:
- Priorität: Die Lotsen räumen Luftraum frei, geben direkte Routen und bevorzugte Landefreigaben.
- Funk: Die Crew erklärt die Lage per Sprechfunk, entweder als Notlage mit „Mayday“ oder als Dringlichkeitsmeldung mit „Pan-Pan“. Mayday hat absoluten Vorrang auf der Frequenz, Pan-Pan Vorrang vor allem außer Mayday.
- Bodendienste: Am Zielflughafen werden Flughafenfeuerwehr und bei Bedarf Rettungsdienst alarmiert; die Feuerwehr steht bei der Landung oft schon an der Runway bereit.
- Ausweichlandung: Je nach Problem kehrt das Flugzeug zum Startflughafen zurück oder landet am nächsten geeigneten Flughafen.
Die FAA empfiehlt Piloten, 7700 bei einer Not- oder Dringlichkeitslage einzustellen und dann sofort Funkkontakt aufzunehmen. Hat die Crew bereits Kontakt und einen zugewiesenen Code, kann die Flugsicherung sie auch auf diesem Code belassen – Mayday oder Pan-Pan im Funk reicht dann. Ein Notfall ohne 7700 ist also möglich, und umgekehrt bedeutet 7700 nicht zwingend Lebensgefahr.
Warum 7700 oft vorsorglich gesetzt wird
„Emergency“ ist im Luftverkehr ein weiter Begriff. 7700 steht für jede Lage, in der die Crew bevorzugte Behandlung braucht – nicht nur für dramatische Ereignisse. Häufige Gründe sind:
- ein medizinischer Notfall eines Passagiers, für den das Flugzeug schnell landen soll,
- ein Druckverlust in der Kabine, nach dem das Flugzeug zügig auf eine niedrigere Flughöhe sinkt,
- ein technisches Problem, etwa eine Warnmeldung zu einem System, einem Triebwerk oder dem Fahrwerk,
- Rauch- oder Geruchsentwicklung an Bord.
Viele dieser Flüge landen ohne weitere Zwischenfälle. Der Code dient dazu, dass Flugsicherung und Bodendienste früh Bescheid wissen und sich vorbereiten können. Eine Ausweichlandung nach 7700 ist daher eher ein Zeichen funktionierender Abläufe als ein Grund zur Panik.
Squawk 7700 auf Flightradar24 und anderen Flugradar-Apps
Flugradar-Apps empfangen die Transpondersignale über ein Netz privater Empfänger, darunter ADS-B-Daten, die auch den eingestellten Code enthalten. Flightradar24 hebt Flugzeuge mit 7500, 7600 oder 7700 auf der Karte farbig hervor, weshalb solche Flüge Spottern und Medien sofort auffallen. Oft verfolgen dann tausende Menschen gleichzeitig einen einzelnen Flug. Auch ADS-B Exchange zeigt den Squawk-Code jedes Flugzeugs an. Wie die verschiedenen Apps arbeiten, erklärt unser Interview zu Radarbox und Flugradar-Apps.
Wichtig für die Einordnung: Die App zeigt nur den Code, nicht den Grund. Ob ein kranker Passagier, eine Warnleuchte oder ein ernstes technisches Problem dahintersteckt, wird meist erst nach der Landung bekannt.
Was Squawk 7700 für Passagiere bedeutet
Für Dich an Bord ist der Code unsichtbar; Du merkst höchstens eine Durchsage, einen schnellen Sinkflug oder eine unerwartete Landung. Nach einer Ausweichlandung organisiert die Airline in der Regel den Weiterflug, eine Ersatzmaschine oder eine Übernachtung.
Ob Dir nach EU-Recht eine Ausgleichszahlung zusteht, hängt davon ab, ob die Ursache als außergewöhnlicher Umstand gilt. Technische Defekte zählen nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs in der Regel nicht dazu; bei Ursachen außerhalb des Einflusses der Airline, etwa Unwetter oder einem medizinischen Notfall an Bord, kann der Anspruch entfallen. Betreuungsleistungen wie Verpflegung und gegebenenfalls Hotel muss die Airline bei langen Verspätungen trotzdem erbringen. Details findest Du auf unserer Seite zu den Fluggastrechten.
Häufige Fragen
Was bedeutet Squawk 7700?
Squawk 7700 ist der internationale Transpondercode für einen Notfall an Bord. Die Crew stellt ihn ein, damit die Flugsicherung sofort alarmiert wird und den Flug bevorzugt behandelt. Gründe können ein medizinischer Notfall, ein Druckverlust oder ein technisches Problem sein.
Was ist der Unterschied zwischen 7500, 7600 und 7700?
7700 steht für einen allgemeinen Notfall, 7600 für einen Ausfall des Funks und 7500 für einen widerrechtlichen Eingriff wie eine Entführung. Alle drei Codes gelten weltweit und lösen bei der Flugsicherung besondere Aufmerksamkeit aus.
Ist Squawk 7700 gefährlich?
Nicht zwingend. Der Code wird oft vorsorglich gesetzt, damit Flugsicherung und Feuerwehr vorbereitet sind, etwa bei einem kranken Passagier oder einer technischen Warnmeldung. Viele Flüge mit 7700 landen ohne weitere Zwischenfälle.
Warum ist ein Flugzeug auf Flightradar24 rot?
Flightradar24 hebt Flugzeuge farbig hervor, die einen der Notfallcodes 7500, 7600 oder 7700 senden. Meist handelt es sich um 7700, also einen allgemeinen Notfall. Den Grund zeigt die App nicht an.
Verwandte Begriffe
Quellen
- FAA Aeronautical Information Manual, Kapitel 6-2: Emergency Services Available to Pilots
- SKYbrary: Transponder
- Wikipedia (EN): List of transponder codes
- Wikipedia: Transpondercode
Stand: 10/2026